Warum gibt es so viel Leid auf der Welt?
Eine Frage, die sich jeder Mensch schon mit schwerem Herzen gestellt hat.
Auch in unserem eigenen Leben treffen uns immer wieder Schicksalsschläge, die uns den Boden unter den Füßen wegziehen, verzweifeln lassen und wir fragen dann: „Warum, Gott, lässt du das zu?“.
Ja, warum lässt Gott so viel furchtbares Leid zu?
Wenn wir unseren Blick ein wenig heben und uns erlauben, nicht nur durch eine rein weltliche Brille auf diese Frage zu blicken, werden uns viele Zusammenhänge klarer. Denn, wenn wir das irdische Leben aus einer höheren, geistigen Perspektive betrachten, gewinnen die schweren Zeiten einen tiefen Sinn. Das Leid ist kein Zeichen von Gottes Abwesenheit, sondern Teil eines großen Lern- und Reifeprozesses unserer Seele.
Der freie Wille und die Eigenverantwortung
Gott hat dem Menschen den freien Willen geschenkt und er geht an diesem freien Willen nicht vorbei. Das bedeutet jedoch auch, dass wir die Konsequenzen unseres Handelns tragen müssen.
Gute Taten bringen Segen. Böse oder schlechte Taten hingegen hinterlassen eine Schuld, die wieder ausgeglichen werden muss.
Auch wenn wir diesen Ausgleich in unserem jetzigen Leben oft nicht direkt sehen, so lebt die Seele doch ewig weiter. In der geistigen Welt oder in einer neuen Inkarnation (Wiedergeburt) erhält sie die Möglichkeit, schlechte Taten auszugleichen und zu lernen, wie gutes Verhalten funktioniert.
Unser Erbe des Falls und der Weg zurück
Um das Leid auf der Erde zu verstehen, hilft ein Blick auf unseren geistigen Ursprung. Wir lebten einst in den Himmeln, waren dort reine Engel und Teil einer wunderbaren himmlischen Gemeinschaft. Von Anfang an bestimmte Gott der Herr Seinen einzig aus ihm geborenen Sohn, Christus, zum ewigen König, gegen den wir uns in Hochmut wandten (Hintergründe dazu: Die Frohe Botschaft).
Das irdische Leben ist der Weg zurück aus dieser Tiefe. Nachdem Christus uns durch seinen Kreuzestod und seinen anschließenden Sieg über Luzifer in den tiefen, geistigen Sphären in denen Luzifer lebt, von der Sünde des Abfalls und von der Knechtschaft Luzifers befreit hat, befinden sich unsere nun auf einem Heimweg zurück in die geistige Heimat, nämlich die Himmel.
Nach dem Abfall von Gott und unserem Sein in den tiefen, geistigen Sphären hatten wir verlernt, was es heißt, himmlische Geschöpfe zu sein. Wir haben die guten Eigenschaften und himmlischen Fähigkeiten überdeckt mit vielen schlimmen Taten und Charakterzügen.
Nun können wir aber wieder lernen, diese herrlichen Himmelswesen zu werden, die wir doch in unserer ureigenen Natur sind. Es ist ein Weg des Lernens und auch des Abtragens von Schuld durch unser Fehlverhalten.
Die Sünde des Abfalls wurde uns durch Christus und seinen Kreuzestod vergeben. Die Unarten, die wir noch ausleben und die wir noch ablegen müssen, um wieder himmelsfähig zu sein, die gehen wir nun in unserem Leben hier auf der Erde an.
Dieses Leben gehört also dem Lernen und nicht dem Ausruhen. Leid ist dabei oft der stärkste Lehrmeister und natürliche Reaktion auf begangene Taten. Es ist ein Prozess der Reinigung. Im Leid können wir wachsen. Und im Leid wächst oftmals unsere Sehnsucht nach Gott.
In Geschwisterschaft verbunden
Auf diesem Weg zurück sind wir keine Einzelkämpfer. Wir Menschen sind alle in einem großen, ursprünglichen Netz der Geschwisterschaft miteinander verbunden. Da wir alle dasselbe Ziel teilen und gemeinsam heim in die Himmel streben, können wir uns gegenseitig helfen auf diesem Weg. Deshalb ist es gut, richtig und wichtig, dass wir einander auf dieser Reise unterstützen. Indem wir die Nächstenliebe aktiv leben, einander vergeben, in schweren Zeiten die Hand reichen und uns gegenseitig helfen, lindern wir nicht nur das Leid des anderen, sondern erfüllen auch das zweite Hohe Liebesgebot, das uns Jesus Christus gab: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.
Trost in Jesus Christus und Hilfe von Gott
Wichtig ist, dass wir nie vergessen: Wir sind mit unserem Schmerz nicht allein. Kein Mensch hat jemals mehr gelitten als Jesus selbst. Er hat das größte Leid auf sich genommen, dass jemals von einem Geschöpf getragen wurde. Unser aller König Christus weiß also ganz genau, wie es ist, durch Leid zu gehen.
Das Leid in unseren Leben ist oft schwer zu ertragen, aber es ist nicht sinnlos. Es ist das Werkzeug, mit dem unsere Seele geschliffen wird, um geläutert, reifer und reiner den Weg zurück in die Arme Gottes zu finden.
Wichtig zu wissen, ist auch, dass Gott uns in nichts, was wir erfahren überlastet. Auch wenn uns manche Erfahrung unvorstellbar schwer erscheint, so finden wir in Gott immer die richtige Hilfe, wenn wir bereit sind, Seinen Willen auch anzunehmen.
Also wende dich an Gott, sprich ein Gebet, bitte um Hilfe und Beistand, wenn dich dein Leben und die Erfahrungen darin niederringen möchte. Nichts davon ist vergebens, alles hat einen tieferen Sinn und Gott der Herr ist dir ganz nahe, wenn du es zulässt.


