Die Bedeutung von Weihnachten
An Weihnachten gedenken wir der Menschwerdung unseres Königs und Erlösers Jesus Christus hier auf dieser Erde. Wir erinnern uns daran, dass mit seinem Leben, Sterben und Wirken die Befreiung aus dem Machtbereich Luzifers von ihm für uns errungen wurde. Weihnachten lädt dazu ein, sich bewusst auf Gottes Heilsplan zu besinnen und dem Glauben im Alltag durch Liebe, Frieden und Versöhnung Ausdruck zu verleihen.
Wer hätte das gedacht: Die ersten Christen kannten das Weihnachtsfest nicht. In den frühen Jahrhunderten des Christentums stand nicht die Geburt Jesu im Mittelpunkt des Glaubenslebens, sondern vor allem die Erlösung, die er für alle Gefallenen vollbrachte. Erst im Lauf vieler Jahrhunderte entwickelte sich Weihnachten zu einem Bestandteil des kirchlichen Kalenders. Theologische Überlegungen, kulturelle Einflüsse und politische Entscheidungen trugen dazu bei, dass sich dieses Fest etablierte, auch wenn es aus historischer Sicht eher unwahrscheinlich ist, dass Jesus Christus im Dezember geboren wurde. Viele Hinweise sprechen vielmehr für eine Geburt im Frühjahr.
In unserer heutigen Zeit ist Weihnachten für viele Menschen mit Stress, Hektik und einem erhöhten Anspruch an Perfektion verbunden. Die Adventszeit, die eigentlich eine Phase der inneren Vorbereitung sein sollte, wird oft von Termindruck, Konsum und Rastlosigkeit geprägt. Menschen hetzen durch Geschäfte, um alle Geschenke rechtzeitig zu besorgen, während zugleich die Erwartungen an ein „gelungenes“ Fest stetig wachsen. Nicht selten kommt es in Familien zu Konflikten, gerade dann, wenn alte Spannungen auf engem Raum wieder sichtbar werden. Für viele Menschen ist diese Zeit zudem von Einsamkeit geprägt. Gerade wenn überall von Gemeinschaft und Freude die Rede ist, wird das eigene Alleinsein besonders schmerzhaft empfunden.
Der geistchristliche Blick auf Weihnachten
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, warum Geistchristen dennoch frohen Herzens Weihnachten feiern können. Die Antwort liegt im Kern des Glaubens selbst. Weihnachten ist für Geistchristen das Gedenken an die Geburt unseres Königs und Erlösers Jesus Christus als Mensch hier auf dieser Erde. Allein diese Tatsache ist ein Grund zur Freude und zur Dankbarkeit.
Auch wenn uns das Jesuskind in der Krippe zart, schutzlos und hilflos erscheint, bleibt dieser Blick unvollständig, wenn er nicht durch das gesamte Leben und Wirken Jesu ergänzt wird. Es lohnt sich daher, den Blick auf den erwachsenen Jesus zu richten. In seinem Leben und in seinem Leiden hat er bewiesen, dass es möglich ist, selbst unter schwersten Bedingungen Gott dem Herrn treu zu bleiben. Er konnte den Weg des Gehorsams, der Liebe und der Opferbereitschaft konsequent gehen, da die Liebe sein Wesen geprägt hat. Durch dieses vollbrachte Erdenleben hat er uns gefallene Geister aus der Herrschaft Luzifers befreit. Aus dieser Perspektive wird deutlich, dass Jesus keineswegs schwach oder hilflos ist, Eigenschaften, die heute nur zu gern der Eigenschaft der Liebe zugesprochen werden, sondern wahrhaft stark und mächtig. Jesus Christus ist der einzig wahre König, zu dem wir uns bekennen.
An Weihnachten gedenken Geistchristen daher der Geburt des Erlösers hier auf dieser Erde. Das Fest ist weniger ein sentimentaler Rückblick als vielmehr eine bewusste Erinnerung, in Dankbarkeit und Freude, an Gottes Heilsplan. Auch wenn der Geburtstag Jesu historisch eher im Frühjahr anzusiedeln ist, können wir Geistchristen zu jeder Jahreszeit unseres Königs gedenken. Das Weihnachtsfest bietet einen guten Rahmen, um diese Erinnerung gemeinschaftlich, bewusst und mit innerer Sammlung zu begehen.
Weihnachten als gelebter Glaube im Alltag
Darüber hinaus bietet die Advents- und Weihnachtszeit eine wertvolle Gelegenheit, den Glauben im Alltag noch sichtbarer zu machen, insbesondere für Kinder. Durch Freude, Dankbarkeit und eine warme, heimelige Atmosphäre können wir ihnen einen positiven Zugang zu Gott und Christus eröffnen. Wenn Kinder erleben, dass Weihnachten mehr ist als Geschenke und äußere Rituale, sondern von Liebe, Frieden und innerer Haltung geprägt ist, wird der Glaube für sie selbstverständlich und lebensnah.
Weihnachten ist das Fest der Liebe. Versöhnung, Miteinander und Herzlichkeit stehen im Zentrum dieser Zeit. Wenn wir diese Werte nicht nur benennen, sondern aktiv vorleben, legen wir einen tragfähigen Grundstock für das gesamte Leben unserer Kinder. Gleichzeitig erinnern wir uns selbst daran, worum es im Kern geht: um die Hinwendung zu Gott, um die Verantwortung füreinander und um die Erlösung, die durch Christus in die Welt gekommen ist. In diesem Sinne bleibt Weihnachten, trotz aller historischen Entwicklungen und gesellschaftlichen Veränderungen, ein Fest von tiefer Bedeutung, das jeder für sich ganz bewusst annehmen und begehen darf.


